Do Animals Cry

Meg Stuart zeigt das große Drama der Jugend im Format einer Hundehütte. Thomas Hahns Fazit: Tiere könnten Tränen lachen

Beziehungskisten sind wie Ziehharmonikas. Zeit und Raum scheinen sich in ihnen auszudehnen oder zusammenzuziehen. In ihren Zwischenräumen vergisst man die Zwischenzeit. So beschrieb es jüngst der schwedische Dramatiker Lars Norén in seinem Stück «Pur». Ein junges, schüchternes Paar bezieht eine Wohnung, die ein langer, tunnelartiger Zwischenraum zu sein scheint, der ihnen zur gleichen Zeit, zwanzig Jahre später, verrät, wie verschenkt sich all die zwischen damals und heute gemeinsam verbrachten Jahre anfühlen.

Die Vergangenheit zu zweit kristallisiert sich in Schmerz und Sprachlosigkeit. Noréns Piccolo-Stück konzentriert sich auf ein Ehepaar. Meg Stuart macht ein ganzes Familienfass auf.

«Do Animals Cry» heißt es. Meg Stuart ist die berühmte Choreografin mit Familie in den USA. Früh brach sie aus nach Europa, um eine neue Familie zu finden. Hier erinnert sich Stuart an die Suche nach Ausbruch aus der alten Abhängigkeit Familie, an die Zeit der verwirrten Teenager, an den Veitstanz der Hormone. Jede Figur bleibt dabei bedingungslos den anderen Familienmitgliedern ausgeliefert. Von Anfang bis Ende graben alle nach einer Identität, die ihnen immer wieder entgleitet, sobald sie nur ...

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Tanz Oktober 2009
Rubrik: Premiere, Seite 26
von Thomas Hahn

Vergriffen