kunst für kids

Tanztheater für Kinder zu machen, gilt vielen als pädagogische Dienstleistung, die Künstler zähneknirschend erbringen müssen. Weit gefehlt, wie drei beispielhafte Produktionen in Dänemark zeigen

Beispiel eins. Vier Breakdancer rücken einer kleinen, eingeschüchterten Tänzerin zu Leibe, die bestrebt ist, ihre lange Initiationsreise unbeschadet zu überstehen. Zwischen schwindelerregenden Sprüngen und lautlos abgefederten Landungen entwickelt sich – unter einfallenden Lichtstrahlen und dem Geprassel von Sound-Effekten – eine wilde, kraftvolle und außerordentlich konzise Choreografie. Jazz-, Contemporary- und Breakdance-Elemente deuten Passagen aus Lewis Carrolls «Alice im Wunderland» und «Alice hinter den Spiegeln» aus.

Scharf kristallisiert sich der Kontrast der Geschlechter und ihres Kampfes heraus: Während der weibliche von den vier männlichen Körpern in atemberaubendem Tempo umzingelt, hin- und hergezerrt, hochgehoben, bedrängt und umhergescheucht wird, spielen sich Alices Abenteuer unter den Augen der Zuschauer in einem Tanz ab, der innere Impulse ausagiert. Vom Streben nach Individualität bis hin zum fieberhaften Befreiungsritual nimmt ein Traum Gestalt an, in dem der Körper alleiniger Sinnträger ist.

Beispiel zwei. «Romeo & Julie». Shakespeares weltberühmte Tragödie wird auf die Begegnung zweier Körper reduziert, deren unterschiedliche Anmutungen sämtliche Schauplätze ...

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Tanz Juli 2014
Rubrik: praxis, Seite 66
von Sergio Lo Gatto