Ausbildung

Bei der zweiten «Biennale Tanzausbildung» sagten ausgerechnet die vier deutschen Hochschulen mit klassischem Einschlag ab. Dorion Weickmann berichtet

Für eine Entdeckung, und sei sie noch so entlegen, ist der Mann immer zu haben. «Vor ein paar Monaten», erzählt Jason Beechey, Leiter der Dresdner Palucca-Schule, «hat mir eine Mitarbeiterin einen Text in die Hand gedrückt. Darüber stand ‹Tanzabstraktion›, und das Ganze las sich absolut zeitgenössisch.» Beechey rätselte, wer wohl diese knappen Direktiven zu Papier gebracht hatte: «In Knie kommen, Knie auseinander, Füße überkreuzen, hinsetzen, Knie hochziehen, Füße anziehen, Knie rechts seitwärts auf Boden, Hände gestreckt.

» So wandert die Beschreibung eine knappe Seite von Stellung zu Stellung, bis die Anweisung folgt: «Den ganzen Tanz ‹tranceartig› tanzen, Gesichtsausdruck vollkommen gleichmäßig, möglichst nicht starr. Überlegen und sehr ruhig.»

Schließlich lüftete die Kollegin das Geheimnis: «Als sie sagte, dass Palucca persönlich das gearbeitet und aufgeschrieben hat, war ich wirklich verblüfft. Für mich klang das total nach Gegenwart.» Der Kanadier beschloss, das Detektivspiel mit seinen Schülern fortzusetzen, und zwar als praktische Übung im Rahmen des Master-Studiengangs Choreografie. Das Ergebnis des Experiments wird bei der «Biennale Tanzausbildung» Anfang März zu sehen ...

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Tanz März 2010
Rubrik: Praxis, Seite 68
von Dorion Weickmann

Vergriffen