Fattoumi/Lamoureux

Das französisch-tunesische Traumpaar zeigt, dass kulturelle Identität mit dem Mut zu tun hat, sich gegen Vereinnahmung zur Wehr zu setzen.

Héla Fattoumi und Eric Lamoureux sind nicht nur ein Dauerbrenner in der Tanzlandschaft, sondern auch privat unzertrennlich. Da passt kein Feigenblatt zwischen Liebesglück und choreografische Kreativität. Außergewöhnlich ist das in doppelter Hinsicht. Choreografen, die ihre Werke zu zweit signieren wie etwa Salia Sanou und Seydou Boro oder Martin Zimmermann und Dimitri de Perrot sind selten genug. Das sind Männerfreundschaften. Bei Choreografenpaaren handelt es sich um glückliche Allianzen von Mann und Frau.

Manchmal trennen die sich unvermittelt, wie einst Joëlle Bouvier und Régis Obadia, die damit nicht nur ihre Liebesgeschichte begruben, sondern auch ihre Bedeutung für die Tanzszene verloren. Andere Paare scheinen für die Ewigkeit gemacht wie das Urgestein Françoise und Dominique Dupuy oder Dominique Hervieu und José Montalvo. (Wie man sieht: Dominique gehört zu jenen französischen Vornamen, die männlich und weiblich sein können). Auch in der jungen Generation gibt es Beispiele wie die vielversprechenden Aïcha M’Barek und Hafiz Dhaou, die zwischen Frankreich und Tunis leben. Doch welches Choreografenpaar hat
außer den unvermeidlichen künstlerischen und menschlichen Differenzen ...

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Tanz Oktober 2009
Rubrik: Portrait, Seite 54
von Thomas Hahn

Vergriffen