berliner gruft

In der Hauptstadt abzuheben, ist nicht einfach. Die Freie Szene hat‘s schwer mit dem Regierenden Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit. Der tut so, als sei die Kunst ein Ableger der Kreativwirtschaft

Kulturkampf in der Hauptstadt. Es ringen: die Freie Szene und die Politik. Im Frühherbst kulminierte die Auseinandersetzung um mehr Geld, kurz vor den entscheidenden Lesungen des Doppelhaushalts 2014/15 im Berliner Abgeordnetenhaus. Mit einer großangelegten Kampagne machten die freischaffenden Künstlerinnen und Künstler auf ihre Forderungen aufmerksam, luden zu Podiumsdiskussionen und einem Protestfest während des Berlin Marathons, ließen mit Slogans versehene Luftballons steigen und parkten ein signalrotes Feuerwehrauto vor Berliner Spielstätten. Die Botschaft: Hier brennt’s.

Eine Schieflage im Fördersystem und das drohende Veröden von Berlins international gefeierter Kulturlandschaft mahnen die Aktivisten an, die sich 2012 in der spartenübergreifenden Koalition der Freien Szene zu einer schlagkräftigen Lobby zusammengeschlossen haben. Immer weniger Geld fließe in die Förderprogramme des Senats, aus denen immer mehr freischaffende Künstler Mittel beantragten, so die Koalitionäre. Zehntausende Kunstschaffende leben in Berlin immer noch günstiger als in anderen europäischen Hauptstädten, doch Preis- und Mietsteigerungen bringen das prekäre Lebensmodell zunehmend unter Druck. Und ...

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Tanz November 2013
Rubrik: politik, Seite 62
von Elena Philipp, Arnd Weseman