Pippo Delbono: «La menzogna»

caen

Wer erlebt, wie ein bekennender Buddhist mit einer Eisenstange um sich schlägt, wird es als ein Trugbild abtun. Wenn man Pippo Delbono dabei erwischt, reibt man sich die Augen. Von ihm erwarten wir poetisches Bildertheater. Stattdessen suchen der Tod und die schwarzen Schatten des Faschismus die Bühne heim. Zwischen Arbeitern, ihren Spinden ­und Metallbrücken bildet sie eine Art Verladestation. Auch wenn Delbono schon früher von Erdbeben, Mord und Krieg berichtete, gab es doch immer den Ausgleich eines Fests und der Gemeinschaft. In «La menzogna» ist Schluss mit Harmonie.

Hier regiert die Wut. Entsprechend gespalten sind die Reaktionen auf das Stück. Stille und Kälte verstören ebenso wie der zu Beginn frontalpolitische Diskurs über die wenigen Familien, in deren Händen sich die Hälfte der Vermögenswerte befindet. Das toppt er mit einem inakzeptablen Werbespot von ThyssenKrupp, der das Paradies von morgen verspricht, dank märchenhafter Inge­nieur­leistungen. 
 

Ausgangspunkt zu Delbonos Anklage war ein Unfall in der ThyssenKrupp-Fabrik von Turin, der sieben Arbeitern das Leben kostete. Rage entstand angesichts der lügenhaften Berichterstattung in den Medien. Zu deutschen Tangos ...

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Tanz April 2010
Rubrik: kalender, Seite 49
von Thomas Hahn

Vergriffen