Philippe Saire: «Lonesome Cowboy»

bern

Philippe Saire liebt Trilogien. Seine letzte war ein «Fragenkatalog zur männlichen Identität», in der er sich auf Elisabeth Badinter («XY. Die Identität des Mannes»), Elias Canetti («Masse und Macht») und ­Stanley Kubrick («Full Metal Jacket») beruft. So schraubt er Erwartungen hoch in «Lonesome Cowboy», mit der er diese Trilogie nun beendet, die 2006 zum 20. Geburtstag seiner Lausanner Kompanie begann. Doch die berühmten Namen und Werke dienen nur dazu, die Pressemappe zu zieren. Auf der Bühne erinnert nichts an sie.

Was man dort über Männer erfährt, reicht über wenige Klischees nicht hinaus.
 

Da sitzen sechs Tänzer schwitzend am Bühnenrand, schnappen sich ein Bier und trinken durstig aus der Flasche. Oder sie raufen und rennen, was das Zeug hält; man ahnt den fiktiven Ball. Bald bricht Streit aus, Treffer, «Marqué!» röhren die einen, «Touché!» die anderen. Man versöhnt sich, formt zwei neue Mannschaften, Aufstellung – und alles beginnt wieder von vorn.
 

Der Anfang ist groß: Der Vorhang geht auf –  ein richtiger Theatervorhang in einer zeitgenössischen Black Box –, die Tänzer stehen wie Soldaten, bewegen sich auf schwarzem Boden langsam vorwärts. Kein Geräusch, ein lang-sames ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zur tanz-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2010
Rubrik: kalender, Seite 50
von Anna Hohler

Vergriffen