persönlich
newcomer_________
emma daniel
So kann man sich täuschen. Auf den ersten Blick erweckt Emma Daniel den Eindruck, als könnte sie kein Wässerchen trüben. Bewusst ungelenk wirkt sie zunächst in «RechtsRadikal» von Christoph Winkler, ein Mädchen mitten in der Pubertät: noch etwas verpuppt und sich ihres Selbst keineswegs sicher.
Erst die Zuwendung der anderen Frauen ermutigt sie, und provozierend schaut Emma Daniel auf einmal ins Publikum, auch wenn der Blick dabei noch etwas flackert: ein ebenso ambivalentes wie radikales Verhalten, das im weiteren Verlauf des Stücks ständig spürbar ist. Die Schultern hochgezogen, stemmt die Tänzerin ihre Arme in die Hüften und pumpt sich vor den anderen so auf, als wollte sie auf diese Weise eine Stärke demonstrieren, die sie in Wirklichkeit nicht unbedingt besitzt.
Eine Idealbesetzung für ein Stück, das das Erscheinungsbild rechtsradikaler Frauen am Beispiel Beate Zschäpe hinterfragt. Doch Christoph Winkler hat Emma Daniel nicht etwa ihres Aussehens wegen verpflichtet. Seiner Meinung nach ist sie vielmehr «sehr talentiert, für eine Tänzerin ihres Alters beinahe schon erschreckend reif und vielseitig». «RechtsRadikal» ist das erste Engagement der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Mai 2014
Rubrik: menschen, Seite 26
von
Schon seit bald zwei Jahrzehnten ist das italienische Kollektiv Kinkaleri auf Europas Bühnen zu Hause. Ebenso kontinuierlich forscht die Gruppe – zusammen mit Raffaello Sanzio als die älteste ihrer Art in Italien – an der Dekonstruktion des Sprachlichen, immer in der Absicht, die Grenzen der Genres zu sprengen. Auch ihr jüngstes Projekt, «All!», beschäftigt sich...
Es gibt ihn, den «guten Schmerz». Man nennt ihn auch den «ehrgeizigen Schmerz». Er zeigt an, wann man Grenzen überwindet, der Körper zu neuen Ufern aufbricht, alte Routinen ersetzt werden, neue Erfahrungen entstehen. Fast jeder Tänzer ist besessen von solcher Schmerzerfahrung. Sie verschiebt das Limit der Belastbarkeit. Sie zeigt, dass man besser wird. Sie ist das...
Aszure Barton? Nie gehört. Neuss und St. Pölten waren die einzigen Gastspiele von Aszure Barton & Artists im deutschsprachigen Raum. Da breitet sich der Ruhm nicht unbedingt in die nächstgelegenen Metropolen aus und schon gar nicht darüber hinaus. Es braucht professionelle Spürnasen wie Bettina Wagner-Bergelt, als stellvertretende Direktorin des Bayerischen...
