Pausieren
Philosophie und Tanz – beide befassen sich mit der Zeit der Bewegung. Die Philosophie tut dies kognitiv – auf dem Weg des Denkens etwa von Paradoxien wie Zenons berühmter Beweis, dass Achill die Schildkröte nie wird einholen können. Der Tanz hingegen, als eine Zeitkunst, arbeitet mit Bewegung, körperlich gestalteter Zeit. George Balanchine hat, aus diesem Wissen um die Zeitgestaltung, seine Zusammenarbeit mit Igor Strawinsky begründet: Strawinsky sei ein begnadeter «Schöpfer von Zeit».
Dabei enthält die Zeitgestalt des Tanzes immer auch jene Zeit-Ausschnitte, die den Bewegungsfluss unterbrechen; jene Momente, die in der Musik «Pause» oder «Fermate» heißen: Zeit-Ausschnitte der Nicht-Bewegung im Tanz. Das Anhalten der Bewegung – ein «still» im Tanz-Verlauf – zeigt sich in unterschiedlichen Stilformen und Varianten als Pose, sei es im Ballett, im Tanztheater oder im «posing» der Breakdancer. Der Begriff Pose (italienisch: posa) hängt wortgeschichtlich mit der aus dem lateinischen stammenden Bezeichnung Pause, d. h. «Unterbrechung, Innehalten, kurze Zeit der Rast», zusammen.
Es verwundert nicht, dass just seit jener Zeit, als sich zu den «alten» Zeitkünsten eine neue einfand, nämlich ...
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Will ich in Tokio Unterricht nehmen in japanischem Bogenschießen, kann ich nicht einfach in ein Studio gehen und loslegen. Ich benötige einen japanischen Bürgen, der für mich spricht, ein gutes Wort einlegt. Nur so erhalte ich die Einladung zu einer Probestunde, die darin besteht, dass ich – im Beisein des Bürgen – den Übenden zuschauen darf.
Zweieinhalb Stunden...
Controversy seems to follow all the career choices of brilliant dancer Ido Tadmor. He started dancing in his early twenties, when his openness about his sexuality was groundbreaking and made life easier for many who followed, though frequent usage of his naked body as an expressive tool didn’t quite catch on locally.
In the last couple of years he has become a...
Meg Stuart accomplished an extraordinary “tour de force” this year, presenting three new shows, working with different people each time. It is remarkable that she can do this without “using” her dancers in the old-fashioned way – as a means to an end, i. e. as people who perform what she has in mind. On the contrary, in all of these three pieces different aspects...
