palastrevolte am staatsballett berlin: georg vierthaler

Der Generaldirektor der Stiftung Oper in Berlin hat viele Hüte auf. Seine Vita liest sich wie ein Karriere-Vademecum: Seit Georg Vierthaler 1982 als Verwaltungsdirektor am Münchner Volkstheater anheuerte, schob er sich Station um Station nach oben und nach vorne. Derzeit wacht er in Personalunion über die Geschäfte der Opernstiftung und des dazugehörigen Staatsballetts, nebenbei sitzt er dem Berliner Landesverband des Bühnenvereins vor. Vielleicht hat die Ämterfülle dafür gesorgt, dass Vier-thaler den Unmut nicht mitbekam, der sich in den Reihen der Kompanie zusammenbraute.

Bis die Tänzer eine Palastrevolte anzettelten – indem sie massenhaft der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di beitraten und diese mit der Durchsetzung ihrer Anliegen betrauten.

So kam es, dass der neue Staatsballettintendant Nacho Duato (siehe S. 20) die erste Aufführungsserie seines aus Sankt Petersburg importierten «Dornröschen» von ver.di-Protesten begleitet sah. Allen Besuchern wurden grüne Zettel in die Hand gedrückt mit Forderungen wie «gute Arbeitsbedingungen» und «adäquate Vergütungen» für das Ensemble. Die ebenfalls ausgereichte Entgegnung der Opernstiftung lief darauf hinaus, es handle sich um ...

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Tanz April 2015
Rubrik: menschen, Seite 28
von Dorion Weickmann

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