Osnabrück: Wigman, Goecke, de Candia «Danse Macabre»

Tanz - Logo

Wieder am 12., 16., 25. April 2017

Der «Totentanz I» dauert gerade mal sieben Minuten, aber die haben es in sich. Sobald sich das Dunkel der Bühne lichtet, lassen sich die Verblichenen noch einmal sehen in ihrer ganzen Farbigkeit: blau die dominierende Frauenfigur, springlebendig die rote, ruhiger die grüne, fast ein wenig unscheinbar die gelbe. Schwarze Zwergenhüte auf dem Kopf, könnte man die vier für Kobolde halten, für Erdgeister, für Wichtelmänner.

Tatsächlich sollen am Theater Osnabrück in einer Zweitbesetzung auch vier Tänzer in die Rollen schlüpfen, die das Programmheft den Interpreten der Uraufführung zuweist: Mary Wigman, Yvonne Georgi, Gret Palucca und Berthe Trümpy.

Genau ein Jahrhundert ist es her, dass sie für einen kurzen Moment als Teil der «Gespenstertänze» im Zürcher Pfauentheater sozusagen das Licht einer Welt erblickten, die schon den Expressionismus folgender Jahre ahnen ließ, aber noch sichtlich gezeichnet war von gymnastischen Erfahrungen, die Mary Wigman in der Rhythmischen Bildungsanstalt eines Émile Jaques-Dalcroze gesammelt hatte. Nach Maßgabe der «Danse macabre»-Komposition von Camille Saint-Saens hat Henrietta Horn gemeinsam mit ihrem Team den «Totentanz I» ebenso akribisch wie einfühlsam ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2017
Rubrik: Menschen, Seite 29
von Hartmut Regitz

Weitere Beiträge
Tanz im März

Mainz

tanzmainz festival #2

Es ist erst das zweite Mal, dass Mainz den internationalen Tanz feiern darf – mit den Klassikern unter den Zeitgenossen wie Cie. Käfig, Marie Chouinard und Aterballetto, aber auch mit formidablen Neuentdeckungen. Eine davon heißt Joan 

Clevillé: Der Schotte erkundet in «Plan B for Utopia» mit viel Bewegungswitz die Konsequenzen im Fall...

Wider das Vergessen

Wie kommt eine französische Tanzwissenschaftlerin dazu, sich ausgerechnet mit einem typisch deutschen Thema zu befassen? Durch Zufall. Über Umwege. Ich komme aus Lille, habe dort Geschichte und Literatur studiert und wollte in Paris am Sciences Po eigentlich meinen Master machen. Natürlich setzte ich auch meine Tanzausbildung fort, und das bei Karin Waehner, einer...

Schaut auf Syrien

Ahmad Joudeh, Sie sind 26 Jahre alt und saßen als ausgebildeter Tänzer und Choreograf gewissermaßen ohne Perspektive in Syrien fest. Bis der Direktor von Het Nationale Ballet, Ted Brandsen, Sie vor ein paar Monaten nach Amsterdam geholt… 

... und sozusagen meine Rettung organisiert hat. Ted hat Geld gesammelt für meine Reise, mir einen Platz in der nationalen...