Osnabrück: Wigman, Goecke, de Candia «Danse Macabre»
Wieder am 12., 16., 25. April 2017
Der «Totentanz I» dauert gerade mal sieben Minuten, aber die haben es in sich. Sobald sich das Dunkel der Bühne lichtet, lassen sich die Verblichenen noch einmal sehen in ihrer ganzen Farbigkeit: blau die dominierende Frauenfigur, springlebendig die rote, ruhiger die grüne, fast ein wenig unscheinbar die gelbe. Schwarze Zwergenhüte auf dem Kopf, könnte man die vier für Kobolde halten, für Erdgeister, für Wichtelmänner.
Tatsächlich sollen am Theater Osnabrück in einer Zweitbesetzung auch vier Tänzer in die Rollen schlüpfen, die das Programmheft den Interpreten der Uraufführung zuweist: Mary Wigman, Yvonne Georgi, Gret Palucca und Berthe Trümpy.
Genau ein Jahrhundert ist es her, dass sie für einen kurzen Moment als Teil der «Gespenstertänze» im Zürcher Pfauentheater sozusagen das Licht einer Welt erblickten, die schon den Expressionismus folgender Jahre ahnen ließ, aber noch sichtlich gezeichnet war von gymnastischen Erfahrungen, die Mary Wigman in der Rhythmischen Bildungsanstalt eines Émile Jaques-Dalcroze gesammelt hatte. Nach Maßgabe der «Danse macabre»-Komposition von Camille Saint-Saens hat Henrietta Horn gemeinsam mit ihrem Team den «Totentanz I» ebenso akribisch wie einfühlsam ...
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Tanz März 2017
Rubrik: Menschen, Seite 29
von Hartmut Regitz
Vor 125 Jahren wurde in Sankt Petersburg zum ersten Mal «Der Nussknacker» aufgeführt, ein Ballett, das seit seiner Uraufführung am 18. Dezember 1892 als Inbegriff des Weihnachtsmärchens die Kinderaugen zum Leuchten bringt. Auf der Bühne ist jede Menge los, vom Marsch der Zinnsoldaten über den Schneeflockenwalzer bis zum Tanz der Zuckerfee. 120 Tänzer, 300 Kostüme,...
Steckt in Hamlet ein Ödipus? Die attraktive Königin Gertrude posiert auf dem frischen Laken, während ihr der Dänenprinz entgegeneilt, den Degen symbolträchtig in der Hand. Auf dem royalen Lager ringen sie miteinander: Die Mutter hat, kaum ist der Vater unter der Erde, den mutmaßlichen Königsmörder Onkel Claudius geheiratet. Allerdings rast das verzogene...
Man sieht es und staunt nicht. Die Bühne ist leer. Viel Weiß um Nichts: jede Menge Platz zum Tanzen. Links und rechts hängende Begrenzungen aus Plexiglas. Das sichert Transparenz, einen Hauch Eleganz strahlt es auch aus. Aus dem Schnürboden fallen Lamellen, selbstredend persilfarben. Die Welt so rein. Das Pure der Subjekte (Objekte der Begierde?) scheint gesichert....
