osnabrück: nanine linning «requiem»

Ein Zentaur ist auf der Bühne zu sehen, halb Mensch, halb Pferd. Eine Harpyie, in einen festen Vogelrumpf eingeschlossen, beugt sich mit begehrlichem Blick über die Besuchermassen, als ließe sich unter ihnen leicht etwas Fressbares finden. Der Kopf eines «Zuckerclowns», weiß geschminkt wie alle anderen Fabelwesen, scheint körperlos in einer Kaffeetasse zu schwimmen, während sich Gustavo Gomes als Joker vor lauter Lachen kugelt. «Precious Liquids» und «Skeletons» nennen sich die Geschöpfe, die noch nicht das ganze Menschsein erreicht haben.

Unter sie mischen sich immer wieder Birgit Köhne und Christina Bauer als Schöpfer und Zerberus, um Anfang und Ende der Evolution zu signalisieren.

Im Zentrum des «Requiems» von Gabriel Fauré steht der Mensch, und der muss auf den Weg gebracht werden, bevor er stirbt. Les Deux Garçons – das sind Michel Vanderheij-den van Tinteren und Roel Moonen – haben sich das Laboratorium einfallen lassen, durch das Nanine Linning einen überaus lebendigen Besucherstrom bewegt. Ihn lässt sie erst im zweiten Teil zur Ruhe kommen. Dann aber sieht man ihn, die Krönung der Schöpfung: den Menschen – nicht als Einzelwesen, sondern paarweise als ein Ganzes.

Wohl deshalb ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2011
Rubrik: kalender, Seite 44
von Hartmut Regitz