Riki von Falken: «Begegnung zwischen Ungleichen»

in Berlin

Riki von Falken braucht auch für ihre Begegnung zwischen «Ungleichen» einen heiligen Hain, eine Art Todeszone aus höchstmöglicher Ordnung, beschwörender Stille, gefüllt mit Klängen von Ligeti und Cage. Tennisplatzgroß ist die Halle im ersten Stock der nunmehr alten Akademie der Künste in Berlin. Der halbseitig gelähmte Tim Petersen stößt wie ein Elefant ins Waldhorn und umhinkt langsam die Außenlinie einer Fläche, in der ein Ritual aus Wiederholungen, Variationen und Schrittfolgen über eine Geometrie begleitet wird vom stillen Brummen der Scheinwerfer.

Friederike Plafki fällt Petersen beim Umschreiten des Zeremonienplatzes in den Arm – und siehe, er beschleunigt, während Riki von Falken mit lässiger Rigorosität weiter an den so bestimmten, harschen, repetetiven Bewegungen arbeitet, wie gewohnt. Die drei betanzen ihr Zeichensystem, bevölkert von Schlagholz­klängen und fotografischen Schattenwesen. Nichts ist dem Raum zu entlocken als gewinkelte Bewegung, analog der naturgewinkelten, gelähmten rechten Hand des Schauspielers Tim Petersen, auf die gewinkelte Kunstgeometrien aus Schritten antworten: präzise Linien ohne Ziel, ohne dramaturgisches Lineament, ohne die spürbare Ordnung der ...

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Tanz August/September 2005
Rubrik: On Stage, Seite 68
von Arnd Wesemann

Vergriffen