Fluchtgefahr

Lightfoot León, Godani: «Silent Screen», «Anomaly One» in Montpellier

Sollten manche Kollegen Paul Lightfoot/Sol León im Jahrbuch als Hoffnungsträger führen, so wären sie nicht zu widerlegen. Das Nederlands Dans Theater I schenkte Montpellier ­Danse zwei Premieren. Eine, «Silent Screen», ist das Werk der aktuellen künstlerischen Leiter der Vorzeigekompanie aus Den Haag. Die andere, «Ano­maly One», ist ein Sturm im Wasserglas von Jacopo Godani.
Die Tanzwelt teilt sich in jene, die meinen, jede Art körperlicher Kommunikation sei unweigerlich Tanz, und jene, für die eine Ballettfigur nur dank kinetischer Energie lebt.

Erstere sind stolz, den Tanz von einer vermeintlichen Fixierung auf das Kino befreit zu haben. Lightfoot León dagegen schreiben eine Art Rezeptur für das romantische Handlungsballett der Zukunft: ausgerechnet mit einem sphärischen Road Movie in Schwarzweiß. Drei Bildschirme bilden die Rückwand einer verengten Bühne. Die Protagonisten gehen träumend am Strand. Was ihnen in den folgenden fünfundvierzig Minuten widerfährt, ist ein Leben das, dem Wasser entstiegen, sowohl in den Sternen als mit dem Tod endet. Lightfoot León servieren einen Cocktail aus Expressionismus, New Age, Romantik, Mythos, Symbolismus (Wald, Fenster, Wolkenhimmel, ...

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Tanz Oktober 2005
Rubrik: On Stage, Seite 38
von Thomas Hahn

Vergriffen