olga de soto

Das Rekonstruieren von Tanzstücken ist etwas sehr Subjektives. Wie erinnern wir uns überhaupt an historische Ballette? Und welche produktive Rolle spielt das Vergessen dabei? Im Gespräch mit Franziska Buhre

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Olga de Soto, woran arbeiten Sie zurzeit? An einem Forschungsprojekt zum Ballett «Der grüne Tisch» von Kurt Jooss. Mir geht es darum, historische Wahrnehmungsweisen des Stücks zu sammeln und seine Überlieferung zu dokumentieren. Die Ergebnisse meiner Recherchen werden Teil einer Aufführung.

Was sind für Sie «historische Wahrnehmungsweisen»?
In meinem Projekt «histoire(s)» von 2004 hatte ich ausschließlich Menschen befragt, die die Uraufführung von Roland Petits Ballett «Le jeune homme et la mort» 1946 in Paris gesehen hatten.

Nun lege ich den Fokus auf das Werk selbst. Ich befasse mich intensiv mit dem historischen Kontext, in dem «Der grüne Tisch» entstanden ist, mit den Themen, die Jooss beschäftigt haben, und mit seinem politischen Engagement. 

Wie gehen Sie mit der großen historischen Distanz um? Das Stück stammt immerhin aus dem Jahr 1932. Ich forsche in zwei Richtungen. Die eine untersucht die Wahrnehmungen von Zuschauern verschiedener Generationen. Ihre Erfahrungen versuche ich in Verbindung zu bringen mit Jooss‘ Wirken. Zum Beispiel suche ich Menschen, die das Ballett gesehen haben, als es zum ersten Mal von einer anderen Kompanie getanzt wurde, oder bei Gastspielen des ...

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Tanz März 2012
Rubrik: traditionen, Seite 58
von Frankziska Buhre

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