Ode an den Vogel

Trisha Brown: «O zlozony / O composite» in Paris

Tanz - Logo

A-B-A-B. Harmonie-Disharmonie-Harmonie-Disharmonie. Gleichgewicht/ Ungleichgewicht, usw. ... Keine  Frage, das Weihnachtsprogramm an der Opéra national de Paris war kunstvoll gestrickt. Und im prunkvollen Foyer glänzte eine Tanne, geschmückt mit roten und goldenen Tanzschuhen. Vier Stücke statt der üblichen drei, davon zweimal Trisha Brown, und weder ein Balanchine noch sonst ein Klassiker.

Stattdessen als Auftakt Fran­cine Lancelots «Bach-Suite», ein Solo in dem das Barocke (Kostüm und Schritte) sich bald mit zeitgenössischen Elementen, martial arts, Ballett und Meditation ­vermischt. Danach die größte Herausforderung für ein Jahresendpublikum, Trisha Browns «Glacial Decoy» (1979), ein ­«Ballett ohne Musik». Elfenhafte Tänzerinnen in transparentem Plissee, Trugbilder ätherischer Vögel. Sie sind Abbilder eines immateriellen Tanzbilds, das sie gleichzeitig aufbauen (durch ihre Erscheinung) und dekonstruieren (durch Hüpfer oder Watscheln), als wären sie noch auf der Suche nach einem Tanz.
Dann Browns Kreation des Abends, «O zlozony/ O composite». Ein Trio, ganz in Weiß, wie die Turner bei Olympia. Aurélie Dupont, Nicolas Le Riche und ­Manuel Legris vor einem gigantischen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2005
Rubrik: On Stage, Seite 40
von Thomas Hahn

Vergriffen
Weitere Beiträge
Im Garten der Lüste

«Take my lovely illusions», singt Marlene ­Dietrich. Wer noch Illusionen hat, ver­gisst sie am besten, denn bei Stijn Celis geht es gleich zur Sache. Zu Beginn seines Stücks «Hidden Garden» lässt der Berner Tanzdirektor die Tänzer nackt auftreten und muntere Blicke ins Publikum werfen. Der paradiesische Zustand dauert nicht lang. Bald liegen auch die Seelen und die...

Hallo, Publikum!

Es macht nur noch bedingt Sinn, von Zeiten zu schwärmen, in denen es den Künsten besser ging – als der Bürger noch den Willen besaß, sich im aristokratischen Nachglanz des Balletts zu baden. Und den Tanz tatsächlich als sinnliches Bildungsgut zu begreifen. Doch die Mär von der Ökonomie ist längst überall eingezogen: Kultur wird nach Angebot und Nachfrage bewertet....

www.tanztheater-global.com

www.tanztheater-global.com hat keinen üblen Anspruch. Auf der ganzen Welt tanzen und doch zu Hause bleiben und Internet schauen. Neulich im Berliner Dock 11 zeigte die Gründerin von Tanztheater Global, Be van Vark, folgenden Digi-Tanz: Die Kamera kreist durch ein schäbiges Zimmer, immer um die eigene Achse herum, und die Tänzer liegen, stehen, fallen bei jeder...