Neu: Master-Macher – Jean-Christophe Paré in Paris
Jean-Christophe Paré kennt das Metier aus fast jeder erdenklichen Perspektive. Er gehörte dem Pariser Opernballett an, wäre beinahe danseur étoile geworden, entschied sich aber in den 1980er-Jahren dafür, seine Energie im Rahmen der Groupe de recherche chorégraphique zu investieren. Ab 1990 wandte er sich dem zeitgenössischen Genre zu und wurde Pädagoge, danach verantwortete er sieben Jahre lang vom Kultusministerium aus die Analyse und Planung der Tanzausbildung.
2007 wechselte er nach Marseille, an die Spitze der dortigen Ausbildungsschule, bis er 2012 von Paola Cantalupo abgelöst wurde. Nach einem Sabbatical, in dem er Ruhe und Abstand gewann, bewarb er sich als Leiter der Tanzsparte am Conservatoire national supérieur de musique et danse de Paris, dem CNSMDP – als Nachfolger der im Streit geschiedenen Clairemarie Osta. Warum bekam er den Zuschlag? «Wohl weil ich gleichermaßen im klassischen wie im zeitgenössischen Tanz zu Hause bin.» Das ist natürlich längst nicht alles.
Denn seine Bühnenerfahrung mündete in kritische Analysen, was die Position des Tänzers, die Arbeitsweise von Choreografen und die Konzeption von Ausbildungszyklen angeht. Er selbst hat also die Strukturen, die ...
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Tanz Mai 2014
Rubrik: praxis, Seite 72
von Thomas Hahn
«Ich habe schon als Kind gezeichnet. Meine Mutter rief es mir erst kürzlich wieder ins Gedächtnis.» Vor zehn Jahren begann der Choreograf Angelin Preljocaj regelmäßig zu malen. Erst mit Acryl, bis er den Spaß an Ölfarben entdeckte. «Die sind wie lebende Organismen, man kann ihnen über mehrere Tage dabei zusehen, wie Farbtöne und Materie sich verändern, gerade wenn...
«Pieces of me» der Bonner Kompanie legt kein Ego auf die Schlachtplatte. Vielmehr bröckeln die Choreografin Rafaële Giovanola und der Dramaturg Rainald Endraß mit sieben Tänzern Szenen-Fragmente auf die weiße Bühne. Der Lichtdesigner Marc Brodeur rahmt sie zuweilen mit dunklen Linien wie ein Riesenfenster. Die Zuschauer gehen um das Feld herum, wechseln die...
Sie sind gerade aus Sankt Petersburg zurückgekehrt, wo Sie Schüler der Waganowa-Akademie unterrichtet haben, die eine Aufführung von August Bournonvilles «Le Conservatoire» vorbereiten. Wie kam es dazu?
Das Interesse rührt wohl daher, dass ich das Ballett, mit dem Bournonville sich an seine Studienjahre an der Pariser Oper erinnerte, vor Kurzem mit dem Ballett des...
