Nein Sager

Das Glück lehren und Politik vertanzen: die Performance-Viererbande Show­case Beat Le Mot erfindet sich treu neu in «alarm Hamburg Shanghai».

Wir befinden uns in der Aufwärmphase. Der Barmann packt die Gläser aus, der Koch rührt im großen Topf. Die Darsteller und ihr Team wuseln durch die Gegend. Die Zuschauer-Gäste stehen rum in der großen Kampnagel-Halle, in deren Mitte eine imposante Kartonmauer ansteigt. Zu beiden Seiten fallen Sitzreihen ab in zwei Spielflächen: kahl und hell die eine, exotisch-geheimnisvoll die andere. Wie einst die chinesische Mauer feindliche Übergriffe abwehren sollte, hält auch diese Mauer die Tradition, den Feind der Modernisierung seit dem Boxeraufstand in der Mitte des 19.

Jahrhunderts, auf Distanz. «Helfen Sie uns», sagt einer der Darsteller, der in regelmäßigen Abständen vor ein Mikrofon tritt, um «den Plan zu erfüllen». Es herrscht eine entspannte Atmosphäre wie früher in den Wohnzimmer-Landschaften von Showcase Beat Le Mot, doch diesmal ist auch die Atmosphäre genau berechnet im großen Plan. Im Fünf-Minuten-Takt erfolgen Ansagen – «Die Suppe ist fertig» –, und nach exakt zwanzig Minuten beginnt auf der kühlen weißen Bühne die heiße Phase des Abends. Die vier Darsteller in der blauen Einheitskluft des Arbeiter- und Bauernstaats verbinden Exerzierschritte und Akklamationen, Arbeitsgriffe ...

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Tanz Mai 2005
Rubrik: Tanz-Kunst, Seite 68
von Edith Boxberger

Vergriffen