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ASZURE BARTON
«Ich bin nicht Alexei Ratmansky», sagte Aszure Barton bedauernd in der tanz-Ausgabe vom Mai 2014, als sie auf das Genre Erzählballett angesprochen wurde. Dafür müsse man ein Meister sein, meinte die Choreografin – und das sei sie eben nicht. Deshalb hat sie Aufträge für Handlungsballette bislang stets abgelehnt und ausschließlich nicht-narrative Stücke choreografiert.

Allerdings für renommierte internationale Ensembles wie das American Dance Theatre, das Bolschoi-Ballett, die Martha Graham Dance Company, das Nederlands Dans Theater oder das Teatro alla Scala. Dann trafen zwei Umstände aufeinander. Demis Volpi sah eine Probe ihres «Come In» in Toronto, ein Werk, das sie 2006 als erste Choreographer in Residence an Mikhail Baryshnikovs Art Center in New York herausbrachte. Ein Ballett wie eine Meditation, die durch ehrliche, schlichte und zugleich originelle Bewegungen Frieden in die Welt tragen möchte. Volpi war bewegt, schrieb ihr einen Brief. Und sobald er 2020 beim Ballett am Rhein als Nachfolger von Martin Schläpfer unterschrieben hatte, rief er sie an, holte das Stück nach Düsseldorf/Duisburg. Damit nicht genug, er wollte sie auch mit der ersten ...

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Tanz März 2022
Rubrik: Side-Step, Seite 26
von

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THE SEVEN SINS
Das Cleverle des deutschen Tanzes war mal wieder am Werk. Hat sein Handy gezückt, die Kontakte gescannt, und sie alle angerufen: Aszure Barton, Sidi Larbi Cherkaoui, Sharon Eyal, Marcos Morau, Sasha Waltz sowie seine beiden Artists in Residence Marco Goecke und Hofesh Shechter. Und dann wurde gleich noch Arte kontaktet: «Okay Leute, ich hab...

Eisa Jocson «Manila Zoo»

Lächeln! «Hallo Frankfurt, ist das nicht toll so, live, und die Tänzerinnen und Tänzer sind in Brüssel und an mehreren Orten der Philippinen!», begeistert sich Eisa Jocson in ihrer Ansprache ans Publikum im Theater in der interaktiven Phase der «disembodied performance», wie sie den Abend nennt. Entkörperlicht. Die Choreografin und Tänzerin schaut, falls man ihr...

Von Bausch zu Bouché

Bruno Bouché macht klare Ansagen. Ein «europäisches Ballett des 21. Jahrhunderts» will er definieren und erschaffen. Nichts Geringeres. Seit 2017 leitet der ehemalige Tänzer des Pariser Opéra-Ensembles die Geschicke des Ballet de l’Opéra national du Rhin, das in Mulhouse probt und gleichzeitig auf den Bühnen von Strasbourg und Colmar beheimatet ist. Bouchés...