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Jahrein, jahraus das gleiche Exercice absolvieren? Das hält doch keiner aus. Deshalb gibt es Ballettmeister und -meisterinnen, die aus dem Koffer leben: weil sie als Trainingsleiter bei zahlreichen Kompanien gastieren

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Prag, Stuttgart, Zürich, Stockholm, Amsterdam, Oslo, Helsinki, Straßburg, Berlin, Monte-Carlo, Seoul: Das ist die Liste der Städte, in denen Marc Ribaud in der Spielzeit 2015/16 gearbeitet hat. Meist war er zwei oder drei Wochen da, auch mal über einen Monat, zu seinen Arbeitgebern gehören die Nationalballette von Tschechien, Korea, Norwegen, Finnland, Schweden und Estland, das Nederlands Dans Theater (NDT) und das Cullberg-Ballett.

Der Franzose ist als Gastballettmeis-ter unterwegs, eine Tätigkeit, die in den Mitarbeiterlisten der meisten Tanzkompanien erst seit wenigen Jahren aufgeführt wird – wenn überhaupt. 

Wider das Kuscheltraining

Dabei gibt es dieses fahrende Volk der Ballettlehrer schon sehr lange. Ihre Tätigkeit unterscheidet sich von den Ballettmeistern oder Coaches, die geschickt werden, um bestimmte Stücke einzustudieren, den Abgesandten des Balanchine Trust oder von William Forsythe zum Beispiel. Gastballettmeister oder «guest teachers», wie sie sich selbst bezeichnen, geben grundsätzlich das morgendliche Training, die «Class», manchmal leiten sie auch das Aufwärmen vor der Vorstellung. Bei Bedarf helfen sie bei Proben, aber fast ausschließlich im klassischen ...

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Tanz Juli 2016
Rubrik: praxis, Seite 68
von Angela Reinhardt

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