Motion bank

William Forsythe

Ausgebuht wurde er in seiner Spielstätte, dem Bockenheimer Depot in Frankfurt, für sein verbales Konzert «Theatrical Arsenal II». Als er selbst ans Mikrofon trat und dem Publikum erklärte, dass er «Sprache choreografiert», war es zufrieden, denn es hatte den charismatischen Meister in Persona erlebt, der zum Jahreswechsel sechzig Jahre alt wurde und nun 1,4 Millionen Euro von der Kulturstiftung des Bundes für seine digitale Tanzbibliothek «Motion Bank» erhalten hat.

Im Gegenzug will er darauf verzichten, sein gewaltiges choreografisches Werk den eigenen Angehörigen zu vererben – aus Rücksicht. Wie er der «Frankfurter Rundschau» mitteilte, würde sein Werk in Deutschland für die Erbschaftssteuer pauschal taxiert, die seine Nachkommen ruinieren würde.
Darum droht er mit einem Aufführungsverbot nach seinem Tod, das er ähnlich wie Merce Cunningham testamentarisch festsetzen will – anstatt seine Forsythe Foundation in New York zu bedenken. Ihr erklärtes Ziel ist es doch, seine Choreografien zugänglich und lehrbar zu machen. Sie dürfte auch die Adresse des Geldes sein, um sein Werk in digitale Partituren zu übersetzen. Auch will er je ein Stück von Anne Teresa De Keersmaeker, Deborah Hay ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Februar 2010
Rubrik: Menschen, Seite 28
von Arnd Wesemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Royston Maldoom

Das Wort «Disziplin» löst gemeinhin keine Euphorie aus. Statt an so bedeutende Persönlichkeiten wie Gandhi, Martin Luther King und Nel­son Mandela denken wir dabei eher an autoritär auftretende Paragrafenreiter, die Regeln dazu nutzen, aufsässige Schüler zu bändigen, Mitmenschen zu bestrafen und auszugrenzen, Ordnung um der Ordnung willen durchzusetzen oder gar die...

Berlin

Valentina Savina und Alexander Chmelnitzy sind von allen Ballettmeister-Pflichten für das Staatsballett Berlin befreit – und damit nicht mehr den Demütigungen ihres Vorgesetzten Vladimir Malakhov ausgesetzt. Um beiden den Abgang zu «erleichtern», hatte der Ballettintendant angewiesen, dass sie zuletzt nur noch mit Anfängern proben durften: zweimal pro Woche in...

Premieren im Februar

Deutschland

Augsburg

Theater
Gaetano Posterino choreografiert eine «Strawinsky-Trilogie»: «Pulcinella», «Les noces« und «Die Geschichte vom Soldaten». Komödie, 6. Febr.


Berlin

ada
«Corporeal Correspondence 2» und «Anything is Permitted to Us»,  Duette von Andrew Wass und Kelly Dalrymple-Wass. 13. Febr.

Dock 11
«Water in my solo» von Caroline Bo, die in ihrem Tanzstück...