berlin: Sébastien Ramirez: «Monchichi»

«Siehst du», sagt er, «daher kommt es, dass wir einander nie verstehen.» Was er deshalb auf Englisch sagt, weil er ihr Koreanisch nicht versteht. Und sie sein Französisch auch nicht. Sein Deutsch? Na ja. Er kann ihr auch nur schwer erklären, warum er sich in Berlin so viel fremder fühlt als sie. ­Wegen seiner spanischen Wurzeln? Hyun-Jung Wang, auch Honji genannt, wird ihren Vorsprung in Sachen Anpassung an die deutsche Mentalität noch etwas länger behalten. Denn die Deutsch-Koreanerin ist hier aufgewachsen und hat ihre Kämpfe mit dem Fremden bereits ausgefochten.

Sé­bas­tien Ramirez stammt aus Südfrankreich und hat die spanische Heimat seiner Eltern vor der Haustür. Jetzt ist er in Berlin, bei seiner koreanischen Freundin.

Die beiden sind ein Paar, auf der Bühne wie im Leben. Der Tanz hilft ­ihnen zu vergessen, wie zäh zwei Kulturen in jedem von ihnen miteinander ringen. Belastbare Brücken baut ihnen der Hip-Hop. Ramirez zeigt das ganz bildlich. Honji gleitet unter seinem Rücken hindurch wie ein stiller Fluss im Land der Morgenruhe. «Monchichi» rüttelt dabei nicht am Rollenbild der Geschlechter. Wenigstens auf dem Gender-Gebiet wissen sie, woran sie sind.
Auch im ersten Bild sind ...

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Tanz November 2011
Rubrik: kalender und kritik, Seite 36
von Thomas Hahn