«Welches Tanzereignis hat Sie am meisten berührt?»

Täglich versenden wir kleine Symbole unserer eigenen Gefühlslagen. Große Gefühle vermuten wir eher auf der Bühne. Wir haben 20 Persönlichkeiten gefragt: «Welches Tanzereignis hat Sie am meisten berührt?»

pina bausch 

Inszenierte Hysterie: Es war bei einer Inszenierung von Pina Bausch – leider weiß ich nicht mehr, welche –, dass ich, wohl zum ersten Mal, begriffen habe, was Tanz auch alles sein kann: nicht nur Bewegung des Körpers, sondern auch Sprache, Dichtung, Ironie, soziologische Analyse (vor allem der Geschlechterverhältnisse). Dabei wusste ich doch schon viel darüber, wie der Körper zu sprechen beginnt, wenn ihm die Sprache versagt wird – der beredte Körper der Hysterie ist dafür das wichtigste Beispiel.

Aber dass es möglich ist, diese eigentlich unbewusste Sprache in einen konzipierten Tanz zu übertragen, das wurde mir hier zum ersten Mal vor Augen geführt. Ein erhellendes und beglückendes Erlebnis.

Christina von Braun, Kulturforscherin

 

kammer/kammer

Es ist eine der letzten Aufführungen von William Forsythe mit seinem feinnervigen Ensemble. Dieser Abend schmerzt. Momente voll tiefer Trauer über das Ende einer Ära, die wie kaum eine andere den Tanz in die Zukunft geführt hat. Ein beschämend leiser Abschied in Frankfurt für einen, der unserer Zeit den Puls fühlt. Wut über die wiederkehrende Ignoranz von Entscheidungsträgern. Unverhofftes Glück zugleich, noch einmal in den ...

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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: momente, Seite 10
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