Mohammad Abbasi

Der Choreograf hat in Teheran das «Untimely Festival» mitgegründet – eine Plattform für den Tanz. Wie geht das in einem Land, in dem der Tanz verboten ist? Zu Besuch in Berlin, spricht er darüber mit Elena Philipp

Mohammad Abbasi, Sie haben 2010 das Invisible Center of Contemporary Dance ins Leben gerufen. Wie kann man unsichtbar bleiben, wenn man vor Publikum auftritt? Wir veröffentlichen nichts online. Im Iran kann man tun, was man möchte, solange man für die Medien unsichtbar bleibt. Die iranischen Botschaften werten vor allem Medien aus, die eine große Reichweite haben, wie die BBC oder die Deutsche Welle.

Ihre Arbeit machen Sie im Untergrund, das «Untimely Festival» ist ohne Finanzierung und ohne Ort, eingeladen wird am Tag vor der Eröffnung per Telefon. Alles, um keine Spuren zu hinterlassen? Für mich hat das Wort Untergrund nichts mit dem Gesetz oder der Zensur zu tun, sondern mit ästhetischen Fragen, mit Politik, Geschäft und Ideologie – der Vermeidung des Mainstream. Mainstream oder Untergrund: Es gibt nichts dazwischen. Die Theaterszene in Teheran ist sehr uniform. Vor einigen Jahren wurden die Theater privatisiert. Nun besetzen sie berühmte Filmschauspieler, um Tickets zu verkaufen. Zugleich brauchen sie für die Aufführung nach wie vor eine Erlaubnis, denn die Regierung hat zwar die Förderung eingestellt, aber nicht die Überwachung. Die Theater müssen dem Kulturministerium den ...

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tanz_02_2017

Tanz Februar 2017
Rubrik: Menschen, Seite 26
von Elena Philipp