xin peng wang

In der Kampfzone: Sein Handlungsballett «Der Traum der roten Kammer» wurde in Hongkong zensiert

Die Premiere am Hong Kong Ballet Ende Oktober war ein Triumph. Tags darauf saß der Dortmunder Ballettchef Xin Peng Wang im Flugzeug zurück nach Deutschland. Während er im Landeanflug war, erfuhr seine Ballettfassung des chinesischen Literaturklassikers «Der Traum der roten Kammer» – uraufgeführt 2012 in Dortmund – die erste Reprise: in Form einer deutlich reduzierten Fassung. Wang dokterte noch an seinem Jetlag, als sein Telefon heiß lief. Hongkongs Medien berichteten ihm, dass der dritte Akt verstümmelt sei.

In Deutschland meldete die Presse, was sie überhaupt erfahren konnte. Sie zitierte eine dubiose Entschuldigung des Hong Kong Ballet. Auf Grund von technischen Problemen könne nicht gezeigt werden, was gezeigt werden sollte.

Glaube an Mao, Glaube an Apple

Es ging um den Aufmarsch eines Corps von Rotarmisten mit Mao-Bibeln in der Hand, dies vor Videoprojektionen, die die Gräueltaten der Kulturrevolution von 1966 zeigen. Weg mit den alten Denkweisen, der alten Kultur, den alten Gewohnheiten und alten Sitten. So begann unter Mao eine beispiellose Zerstörung von Tempeln, Museen, Büchern und Gemälden. Die Buddha-Statuen wurden so gesprengt wie später bei den Taliban. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2014
Rubrik: menschen, Seite 18
von Arnd Wesemann