william forsythe

Zwei Jahre lang war er für die Öffentlichkeit unerreichbar. Nun gibt er sein erstes Interview überhaupt: ein Gespräch über Ökonomie, Ästhetik und das Fußball-Ballett

William Forsythe, Sie sind zwei Jahre lang abgetaucht. Haben Sie in dieser Zeit Ihr Leben neu arrangiert?
Ich habe mich zurückgezogen, um meine Prioritäten zu setzen, in dem Sinn: Welches Leben will ich führen, um etwas hervorzubringen, das heute relevant ist.

War Ihnen nicht klar, dass Sie das auffressen würde, als Sie 2005, nach der Abwicklung des Balletts Frankfurt, die Forsythe Company als Tournee-Ensemble gründeten – mit gleich zwei Ankerplätzen, in Frankfurt und in Dresden?
Nein, das hatte ich eigentlich nicht erwartet.

Ich konnte damals nicht voraussehen, wie das Älterwerden meine eigenen körperlichen Ressourcen strapazieren würde.

Was heißt das genau?
Ich habe zehn Jahre lang versucht, wirtschaftlich und künstlerisch mein Bestes zu tun. Es war besser, meine Leitungstätigkeit abzugeben, solange ich noch in der Lage war, diese Arbeit zu leisten. Ich habe dann erst angefangen, die Installationen, die ich bereits seit 1989 mache und die nun hier in Frankfurt ausgestellt werden, an die Kompaniestruktur anzugliedern, um eine weitere Einkommensquelle zu schaffen.

Ihr bildnerisches Werk entsprang also keiner inneren Notwendigkeit.
Das kann man so nicht sagen. Ich hatte privat bereits ...

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Tanz Dezember 2015
Rubrik: Menschen, Seite 8
von Eva-Elisabeth Fischer