va wölfl

Setzen wir uns auseinander, nicht zusammen, sagt der Macher von Neuer Tanz. Die Kompanie tritt jetzt in Paris auf.

Bitte nach hinten durchgehen →. Wer mit dem Bus in den Düsseldorfer Stadtteil Benrath fährt, der wird per Aufkleber ermahnt, dass einfach nur Einsteigen nicht reicht, um ordentlich vorwärts zu kommen. Die Werbung daneben findet: «Immer nur geradeaus, wäre doch langweilig.» Man denkt, so ist das Leben. Nicht nur der Gleisbau, der gemeint ist. Auch VA Wölfl, der hier im Marstall des Schlosses Benrath residiert, entzieht sich dem geradeausmäßigen Verstehen. Das ist seine Stärke. Er spielt ganze Opern auf der Klaviatur der Widersprüche. Wirft «Finten» ins Korn.

Er macht keine Schlaumeierkunst, dafür ist er zu schlau. Dafür betreibt er die «Arbeit am Schlechten» als Perfektionist. Man kann sich kaputtlachen in Performances von Neuer Tanz, ergriffen sein, betäubt von Lärm und Längen, berauscht vom Insistieren und Wiederholen, kann Altes neu entdecken, Neues alt finden, kann sich viel denken oder einfach gucken. Gucken: Das Wort gehört eigentlich nach Wuppertal in die «Pina-Sphäre», doch so weit sind die Galaxien des Künstlers ohne öffentlichen Vornamen und die Künstlerin mit dem allzu öffentlichen Vornamen gar nicht voneinander entfernt.

Ihre Biografien kreuzten sich an der ...

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Tanz März 2011
Rubrik: menschen, Seite 27
von Melanie Suchy