Menschen und Räume

Mona Breedes Bilder, gesehen von Annette Knaut

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Menschen wirken auf Räume ein, gestalten sie, eignen sie sich an und hinterlassen Spuren. Gleichermaßen wirkt der Raum auf den Menschen ein, ermöglicht Begegnung, aber verhindert sie auch. Diese Wechselbeziehung zwischen Raum und Mensch gilt für alle Räume, sei es ein Sakralraum, ein Theater, das eigene Zimmer, eine Schrebergartenkolonie oder eben der städtische Raum.

Aber gilt dies auch für das Meer? Auf den ersten Blick stehen sich Meer und Stadt diametral gegenüber: Natur versus Kultur, Leere, Unbegrenztheit versus Struktur und Begrenztheit, hier die Einsamkeit der Menschen am Strand, dort die Menschenmassen der Großstadt. Auf das Meer richten sich die Träume nach fernen Ländern, unbekannten Kulturen und exotischen Schätzen. Die Stadt hingegen taucht die Realitäten des Lebens in modernen Gesellschaften in ein grelles Licht. Seit dem Entstehen der ersten europäischen Großstädte werden diese gefeiert und zugleich problematisiert: als Orte, in denen sich das Individuum frei entfalten kann, ohne den sozialen Restriktionen des Dorfes und der Kleinstadt unterworfen zu sein. Zugleich wird es dort mit ökonomischer Ausbeutung, Einsamkeit, Anonymität, sozialer Kälte und Segregation ...

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Tanz Jahrbuch 2021
Rubrik: Unterwegs, Seite 117
von Annette Knaut

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