Skandalös: «Was erlauben Wowereit?»

Es gibt eine Menge Möglichkeiten, Künstler zu zermürben. Man kann sie verunglimpfen, finanziell aushungern, totschweigen. Eine der effektivsten Strategien aber ist: Künstler im Subventionsclinch gegen andere Künstler in Stellung zu bringen. Wie das funktioniert, hat Berlins Regierender Bürgermeister und Kultursenator Klaus Wowereit kürzlich vorgemacht. Seine Opfer hießen: Sasha Waltz, Daniel Barenboim und Georg Vierthaler, seines Zeichens Generaldirektor der Opernstiftung und zugleich Geschäftsführer des Staatsballetts.

Sasha Waltz kämpft seit Jahren um eine Aufstockung der Zuweisungen, die aus der öffentlichen Hand an ihr Ensemble fließen (tanz 10/13). Zuletzt haben ihre Leute eine Deckungslücke von einer Million Euro errechnet. Als verhängnisvoll erwies sich, dass Waltz genauso wenig wie die übrige freie Szene der Hauptstadt eine polittaugliche Drohkulisse aufbauen kann. Drohkulisse heißt hier: massenhafter Abbau von Arbeitsplätzen, Wegfall von Steuereinnahmen, kurz – alles, was unter dem Primat der Ökonomie als Risikofaktor gilt. Wenn bloß ein paar Vorstellungen wegfallen, ein paar Kulturtouristen weniger aufkreuzen, wenn – Maximalgefahr – Sasha Waltz die ...

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Tanz Januar 2014
Rubrik: menschen, Seite 30
von Dorion Weickmann