samir akika

Deutsch mag er nicht sprechen. Er könne nur ein Straßendeutsch, das er bei sozialen Streetdance-Projekten gelernt habe. Dann lässt er sich doch überreden und spricht fließend mit weichem, französischen Akzent: der neue Tanzchef in Bremen

Samir Akika hat sich verändert. Vor mir lümmelt sich kein cooler, unrasierter Youngster rauchend im Stuhl. Akika sitzt pielgerade, durchtrainierter Körper, kurzer Haarschnitt, schöner, leuchtend blauer Pulli und dunkelbraune Hose. Als letztes äußeres Zeichen seiner jugendlichen Lässigkeit sind die Sportschuhe geblieben. Der Choreograf, spezialisiert auf Jugend- und Subkultur, ist erwachsen geworden. Im Alter von 45 Jahren und kurz vor dem Start in ein geregeltes Berufsleben genau der richtige Zeitpunkt.



Der Franzose mit algerischen Wurzeln übernimmt in der kommenden Spielzeit die künstlerische Leitung der Tanzsparte am Theater Bremen. Eine Nachricht, die viele überrascht hat. Der freiheitsliebende Freelancer in festen Strukturen? Der charmante Chaot mit – unterstelltem – Peter-Pan-Syndrom in einer, wie es Pina Bausch vor ihrem ersten und einzigen Engagement in Wuppertal nannte, «solchen Fabrik»? «Der Intendant ist so nett», erklärt der Künstler voller Ernst. Michael Bögerding sei locker und elegant.

Samir Akika ist nicht naiv. Er hat die Vor- und Nachteile eines solchen Engagements durchaus gegeneinander aufgerechnet. Die Nöte des freiberuflichen Daseins mit den existenziellen ...

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Tanz August 2012
Rubrik: menschen, Seite 32
von Bettina Trouwborst