olga smirnova

Beim Bolshoi-Gastspiel in London strahlte ihr Stern heller als alle übrigen. Daheim in Moskau erweckt die Jungballerina dagegen den Eindruck, dass zu viele Parade-Rollen auf ihr lasten

Im zurückliegenden August feierten Astronomen rund um den Globus eine Sensation: Am nördlichen Firmament wurde im Sternbild Delphin ein neuer Stern entdeckt. Exakt zur selben Zeit pries ein britischer Kritiker, der über das Londoner Gastspiel des Bolshoi-Ensembles berichtete, «einen leuchtenden neuen Star am Bolshoi-Himmel», eine in «strahlendem Glanz aufsteigende Ballerina». Gemeint ist die gerade einmal 21-jährige Bolshoi-Solistin Olga Smirnova.

Publikum und Presse in England waren sich einig: Die vier von Smirnova getanzten Partien – Nikiya, Odette-Odile, Fliederfee und die «Diamanten»-Queen aus Balanchines «Jewels» – ernteten jubelnde Beifallsstürme. Nahezu einhellig fiel auch die Kritikerprognose über Smirnovas Zukunft aus: Die junge Erbin der großen russischen Ballett-Tradition entwickle sich «rasant zum Weltstar», zu «der neuen Ballerina, die man unbedingt gesehen haben muss».

Preisregen ohne Ende – zu Recht?

Kann es sein, dass Smirnova in London anders – nämlich weitaus besser – getanzt hat
als jüngst in Moskau, wo ich ihre Interpretationen derselben Klassikerpartien gesehen und keineswegs als erstklassig empfunden habe? Keine Frage: Smirnovas Talent verdient besonderes ...

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Tanz November 2013
Rubrik: menschen, Seite 24
von Natalia Zozu