norma miller

ist eine Ikone des afroamerikanischen Paartanzes Lindy Hop, den sie seit 1934 entscheidend mitprägte. Die 92-Jährige trat in der wahrscheinlich schnellsten Tanzszene aller Zeiten im Film «Hellzapoppin’» auf. Heute reist sie als Botschafterin des Lindy Hop um die Welt

Norma Miller, aus welchen Tänzen ist Lindy Hop entstanden?
Alle Tänze waren zunächst Einzeltänze. Charleston, Black Bottom, Mess’ Around oder Peckin’ Cherries hatten nichts mit einem Partnergefüge zu tun. Man tanzte sie individuell, eher im Wohnzimmer als auf der Tanzfläche eines ballroom. Denn dort wurden damals ausschließlich Paartänze getanzt, wie Foxtrott, Twostep, Onestep. Aus denen hat sich schließlich der Breakaway entwickelt. Er wurde im gleichen Rhythmus getanzt wie später der Swing­­out im Lindy Hop.

Dabei entfernen und nähern sich die Tanzpartner im Wechsel, sie bleiben aber mit beiden Armen in Verbindung. Im Lindy Hop entfernt sich die Partnerin viel weiter weg. Die Menschen tanzten diesen Tanz schon vor dem Flug von Charles Lindbergh über den Atlantik. Dieses Ereignis hat, ob bewusst oder unbe­wusst, trotzdem die Namensgebung beeinflusst.

Sie sagen, dass die Partner sich weit voneinander entfernen. War das damals nicht sehr ungewöhnlich?
1926 war das nichts Neues mehr. Neu war, dass du nun acht Taktschläge dafür Zeit hattest, weil alles im Jazz auf dem Viervierteltakt beruht. Beide Tanzpartner konnten sich nun fortbewegen, ohne in­einanderzurennen.

Welche Bedeutung ...

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Tanz Februar 2012
Rubrik: menschen, Seite 18
von Franziska Buhre