édouard lock

Fast alle kennen den Kanadier als den berühmten Choreografen der Kompanie La La La Human Steps. Viele schätzen ihn als Filmemacher und Fotografen. Aber kaum einer weiß von dem Intellektuellen, der sich kritisch mit dem Verhältnis von Tanz und neuen Medien auseinandersetzt

Édouard Lock,
der 3-D-Film hilft bekanntlich, die kinästhetische Empathie zu steigern. Man identifiziert sich stärker, ist mehr «drin» im Geschehen. Kann man sich vorstellen, dass 3-D eine Zukunft auch auf der Tanzbühne hat?
Meiner Ansicht nach sollte jede Kunst dem Betrachter genug Raum lassen, um das eigene Erleben, die eigene Perspektive, sein eigenes Denken auf das jeweilige Werk projizieren zu dürfen. 3-D gewährt da besonders wenig Spielraum.

3-D ist ein in sich geschlossener Technologie-Raum und bleibt damit sehr resistent gegenüber jeder Art von eigenständiger Betrachtung. Das kann aber auch eine Herausforderung sein, gerade für den Tanz. Denn 3-D stimuliert, und die mit der 3-D-Technik verbundenen Möglichkeiten sind auch deshalb so verlockend, weil sie sich noch in einem Frühstadium befinden. Der Tanz war schon immer eine Kunstform, die neue Experimentierfelder gesucht hat, um neue Erfahrungen zu machen.

Heißt das, es ist vorstellbar, dass es zu einer intensiveren Beziehung zwischen Tanz und 3-D kommen könnte? Theoretisch schon, weil beide, Film und Tanz, etwas mit Zeit und Rhythmus zu tun haben. Der Film richtet sich mittels Kameraeinstellungen und Schnitt-Technik an das ...

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Tanz August 2012
Rubrik: medien, Seite 92
von Philip Szporer