Martin Zimmermann, Dimitri de Perrot: «Chouf ouchouf»

Antwerpen

Was stellen zwei Schweizer und zwölf Marokkaner auf die Beine, wenn sie sich nur mit Händen und Füßen verständigen können? Sie machen Zirkus. Obwohl die beiden Regisseure das nicht gern hören. Martin Zimmermann und Dimitri de Perrot choreografierten in Tanger zum ersten Mal ein Stück, in dem sie nicht selbst auf der Bühne stehen. Sonst spielen sie lieber selbst groteskes, virtuoses Körpertheater, konzeptuell, aber unterhaltsam. Jetzt führen sie Regie für die Groupe acrobatique de Tanger und freuen sich, wie zehn Jungen und zwei Mädchen sich als Komiker entpuppen.

Die entdeckten während der Proben zu «Chouf ouchouf», dass sie durchaus zu komplexeren Darbietungen fähig sind, als Pyramiden zu bilden.
Tatsächlich bringen sie eine Menge Energie mit, gestählt im täglichen Überlebenskampf zwischen Akrobatik für Touristen und anderen Jobs. «Als wir die Gruppe das erste Mal trafen, sollten wir ihre Acts benoten. Sie dachten, es sei ein Casting», erinnert sich Zimmermann.
«Chouf ouchouf» ist ein Musterbeispiel für interkulturelle Zusammenarbeit. Alles Trennende und Verbindende traf drei Monate lang in konzentrierter Form aufeinander. «Oft genug hielten sie uns für meschugge, und wir sie ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Januar 2010
Rubrik: Kalender, Seite 45
von Thomas Hahn

Vergriffen
Weitere Beiträge
Die Highlights im Januar

Marco Goecke ist in Holland bekannt wie ein bunter Hund. Dabei choreografiert der Mann aus Wuppertal am liebsten schwarz in schwarz, wie man an vielen Arbeiten für Scapino Ballet Rotterdam (und «Nichts» fürs NDT) hat sehen können. Den «Notenkraker», mit dem das Ensemble derzeit durch die Niederlande tourt, nennt er sogar ausdrücklich ein «Ballet noir », obwohl...

Das Bild und seine Geschichte

Jeden Morgen zwischen Erwachen und Aufwachen regiert das Halbschlafbäckchen. Das Halbschlafbäckchen schuf Blixa Bargeld, Lyriker der legendären Berliner Band Einstürzende Neubauten in den 1980ern, als Butoh, der japanische Tanz der geweißelten Körper, im Schlafanzug durch die Theater huschte. Butoh ist der große Halbschlaf des zeitgenössischen Tanzes: langsam,...

Agnes Oaks

Es gibt ein letztes und ein allerletztes Mal. Da trat Agnes Oaks mit ihrem Ehemann und Tanzpartner Thomas Edur bei einer winterlichen Abschiedsgala im Sadler’s Wells auf. Sie tanzten die berühmten Szenen aus ihrem Repertoire, und ihre jubelnde Anhängerschaft lag ihnen zu Füßen. Im Sommer traten sie wieder auf, nun in «Les Sylphides» als gastierende Erste Solisten...