stille dramen

Welche Rolle spielt der Gefühlsfaktor im Prozess der Stückerfindung? Martin Schläpfer über «DEEP FIELD» und die Entwicklung einer choreo-grafischen Linie, im Gespräch mit seiner Dramaturgin Anne do Paço

Für den Choreografen und Direktor des Ballett am Rhein, Martin Schläpfer, ist die Theaterbühne ein magischer Ort, an dem er den Zuschauer verzaubern, berühren und zum Nachdenken anregen möchte. Umgekehrt aber auch ein Ort, den Schläpfer in seiner Vorbestimmtheit immer wieder neu zu begreifen sucht. Zuletzt geschah das besonders intensiv bei ««DEEP FIELD», in der Zusammenarbeit mit der Komponistin Adriana Hölszky.

Ein Jahr nach der Uraufführung trafen sich Schläpfer und seine Dramaturgin Anne do Paço zu einem Werkstattgespräch über dieses großdimensionierte Werk – und die Bedeutung «großer Gefühle» für das Stück und Schläpfers Ballettschaffen generell.

Anne do Paço
: Martin Schläpfer, viele Leute verbinden mit Ballett, mit Tanz einen hohen emotionalen Faktor, also «große Gefühle». Was löst der Begriff bei Ihnen aus?
Martin Schläpfer: Tendenziell Skepsis und Unbehagen, ja fast Abwehr gegen etwas, das mir nicht der menschlichen Realität zu entsprechen scheint. Mit «großem Gefühl» verbinde ich am ehesten Kompositionen von Richard Wagner, Giuseppe Verdi, Peter Iljitsch Tschaikowsky – Gattungen wie die Oper, den Film, das Musical. Aber nicht so sehr den Tanz. Allerdings wähle ich für ...

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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: Sinne, Dramen, Klang, Seite 92
von Anne do Paço