pirouetten...

...gehören auf den Prüfstand. Wie die Tanzausbildung überhaupt. Findet der Ballettdirektor und Tanzpädagoge Martin Puttke.

Martin Puttke schimpft. Dabei schaut sein Gesicht ganz freundlich. Der lächelnde Revolutionär kämpft für die Leichtigkeit und Freiheit des Tanzes, «egal welchen». Ob klassischer, moderner oder zeitgenössischer Kanon. Ist ihm egal. Schlimm findet er nur dieses sture «Schritte formen, verstanden als ein unveränderlicher künstlerischer Code». In das Wort «künstlerisch» legt er besonders viel Ironie. «Künstlerisch» ist eine Schutzbehauptung.

Was an einer Pirouette ist denn Kunst? Viele Pädagogen flüchteten sich in die Ansicht, es gehe um «Ausdruck», «Seele», «all diese Märchen». Völliger Unsinn. Der britische Choreograf Wayne McGregor spricht rabiat von einer «Technologie des Körpers». Puttke nennt den Körper ein biomechanisch beschränktes Instrument. Um darauf spielen zu können, müsse man es kennen, aber doch «keine ballettpädagogische DIN-Norm» erfüllen. Schon gar nicht «angesichts einer zunehmenden Verschlechterung der körperlichen Eignung von Kindern und Jugendlichen».

Klar ist: Kunst gehört auf die Bühne, nicht ins Training. Dort ist eine Pirouette gelungen, wenn sie leicht und frei erscheint. Seit Friedrich Schiller sind das ästhetische Begriffe, also vermeintlich künstlerische. ...

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Tanz März 2011
Rubrik: praxis, Seite 68
von Arnd Wesemann