Martin Landzettel
Warum sollte sich ein Tänzer für Stimmphysiologie interessieren? Als unsere Vorfahren im Zeitalter der Brachiatoren, der Armhabenden, an Land kamen, bildete sich ein Ventil im Atemtrakt, das die Luft am Ein- oder Ausströmen hindert und hilft, einen Kräftepulk zu entwickeln für das, was man äußerlich tut, etwa das Abstoßen oder das Heranziehen mit den Armen. Etwas schließt sich und führt zu Stabilität: der Kehlkopf. Später wurde er zum Phonationsorgan.
Alles, was im Körper passiert an Kraftausübung, wird qualitativ beeinflusst durch das Atemventil. Läuft etwas falsch auf stimmlicher Ebene, leidet nicht nur die Stimme, sondern das gesamte Kräfte- und Bewegungs-Repertoire.
Der Kehlkopf ist der Schlüssel? Man lernt, mit einem Organ umzugehen, das mit dem gesamten Körper im Zusammenhang steht über unzählige Muskelketten und neurologische Systemeinheiten. Der Kehlkopf reagiert, wenn wir einen Schritt tun, die Faust ballen, das Gesicht verziehen etc. Jeder Tänzer lernt, dass Atmung eine Rolle spielt. Aber das Ventil auch. Jemand macht eine Bewegung mit hochgezogenem Kehlkopf ...
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Auf ihn wartet man, man macht ihm die Aufwartung: einem Rentner. Er kümmerte sich bis 2005 um die Tänzer bei der Zentralen Bühnen-, Fernseh- und Filmvermittlung. Zuvor gab er den zweiten Vorsitzenden im Deutschen Berufsverband für Tanzpädagogik, 1977-94. Der Schlachtruf, kein Tänzer muss aufhören zu tanzen, wenn er nichts Besseres zu tun hat, kommt auch bei ihm...
Martin Puttke, wir sitzen hier in der Intendanz des Staatsballetts Berlin, wo Sie kürzlich einen Workshop gegeben haben. Was haben Sie den Tänzern beigebracht? Mich beschäftigt schon lange die Frage, wie wir die Klassiker lebendig bekommen. Wir sehen ja, dass Tänzer Schwierigkeiten haben, uns den Siegfried oder die Giselle als heutige Figuren glaubhaft zu machen....
Goyo Montero
«Benditos Malditos»
Nürnbergs neuer Ballettchef feierte seinen Einstand nicht auf einer der großen Bühnen des Staatstheaters, sondern in der Tafelhalle. Egal, ob das nun Understatement ist, logistische Notwendigkeit oder Publikumskreis erweiternder Kunstgriff, irgendwie zu bescheiden wirkt es doch. Immerhin lernt man so die «Benditos Malditos» aus der...
