no education!

Kinder und Jugendliche können sich kaum noch retten vor lauter Mitmachtheater. Das was bei ihnen bewirken soll? Marietta Piekenbrock von der «Ruhrtriennale» hat darüber sehr eigene Ansichten entwickelt

Marietta Piekenbrock, Sie laden dezidiert Künstler ein, nicht Kunstpädagogen, um mit ihnen die Kinder zu erobern?
Ja. Staunende Ignoranten und Konfrontationsfreudige, die bereit sind, mit den Kindern Erfahrungsräume zu betreten, die auch sie noch nicht kennen. Projekte, die nur erziehen, fördern oder vermitteln wollen, haben eins gemeinsam: Die Hauptquelle liegt außerhalb des kindlichen Universums. Der Vermittler hat einen Schlüssel zu einem Verständnis, den das Kind nicht hat.

Tauscht man dieses große Gesellschaftsprojekt der ästhetischen Erziehung aus gegen die Idee von Arealen für ästhetische Erfahrungen, öffnen sich sofort andere Perspektiven. Von Erziehungsprojekten werden ja häufig Transferleistungen erwartet: mehr Sozialkompetenz, Ichkompetenz, Sachkompetenz etc. Die Idee von einem noch leistungsfähigeren, noch glücklicheren Menschen. Viele Projekte sind also mehr für die Gesellschaft als für Kinder und Jugendliche konzipiert.

Welche Kinder sprechen Sie an?
Es sind nicht immer die Bücherbesitzerkinder, die durch Eigensinn und Kreativität auffallen. In dem Moment, in dem Neugierde, Offenheit und damit ein ausgeprägtes Explorationsverhalten zu wichtigen Fähigkeiten werden, ist ...

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Tanz Oktober 2011
Rubrik: ideen, Seite 66
von Melanie Suchy