choreograf des jahres

marco goecke

Er hat das, was einen Tanzkünstler einzigartig macht: eine unverwechselbare Signatur. Sie kennzeichnet seine surreal vibrierenden Wunderwerke – der Zeit, des Raums, des Körpers

Aus Wuppertal zu stammen, kann für einen Choreografen eine Bürde sein. Zu übermächtig ist Pinas Schatten, aber mit dem gesunden Eigensinn des Bergischen Landes hat Marco Goecke seine Herkunft immer als Herausforderung betrachtet. Sein erstes Stück entstand eigentlich aus Wut; zu blöd fand er das, was er damals in einem kleinen Stadttheater tanzen sollte.

«Restlos aus zweiter Hand», attestierte die FAZ im Jahr 2000 dem Erstling beim Wettbewerb in Hannover. Die Stuttgarter Noverre-Gesellschaft gab ihm trotzdem eine Chance, also zog er gleich dorthin um, richtete in seinem ersten Stück bei den «Jungen Choreografen» ein herrenloses Gewehr aufs Publikum und setzte ein grinsendes Puppenköpfchen auf einen nackten Männertorso. Marco Goeckes Bilderwelt war düster und schockierend, das überdeckte anfangs fast die Neuartigkeit seiner Bewegungssprache. In «Ickyucky» etwa schob sich ein Paar langsam von links nach rechts über die Bühne, dessen vier Hände ständig in hektischer und doch derart koordinierter Bewegung waren, ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die saison 2014/15, Seite 130
von Angela Reinhardt