mamaza

Sie zaubern den absoluten Wahrnehmungs-Overkill, und das aus dem Nichts. Ihnen zuzuschauen, ist so irritierend wie vergnüglich

Zwei Männer in buntgemusterten Hemden und Shorts bewegen sich über den Boden, steigen übereinander, verschlingen die Glieder und verdrehen ihre Körper, sodass ununterscheidbar wird, wem hier welcher Arm gehört. Dabei schauen sie stracks ins Publikum und sprechen ununterbrochen, beschreiben Orte und Personen, entwerfen kurze Szenarien. Von all dem aber schnappt man nur Satzfetzen auf, denn beide reden gleichzeitig, und das in beachtlichem Tempo.

Auf der Haut von Ioannis Mandafounis und Fabrice Mazliah flimmert es sacht, die silbrig schimmernde Bodenfolie reflektiert das Licht wie eine Wasseroberfläche und löst die Körperkonturen auf.

Wimmelbild

In der einfach anmutenden Anordnung von «Eifo Efi» – zwei Tänzer, leere Bühne – wird es rasch ziemlich komplex. Erzählebenen überkreuzen und vermischen sich. Die Gleichzeitigkeit von Sprechen und Bewegung macht es unmöglich, einer Ebene permanent zu folgen. Unvermeidlich springt die Wahrnehmung, sie verfolgt mal hier eine Anekdote, mal dort einen Bewegungsablauf, um dann zu einer anderen Erzählepisode zurückgelockt zu werden. Die Alternative ist, für ein paar Minuten alles an sich vorbeirauschen zu lassen, um sich dem Strom des Gleichzeitigen ...

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Tanz Dezember 2013
Rubrik: menschen, Seite 22
von Esther Boldt

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