Maillot

über seinen «Faust» im Gespräch mit Hartmut Regitz

Tanz - Logo

In Monte Carlo geht es in den Berg hinein, ins Grimaldi-Forum tief unter den Mittelmeeresspiegel. Hier leitet Jean-Christophe Maillot seit 16 Jahren die Ballets de Monte Carlo. Seine Ballettversion von Gounods «Faust» 2007 gewann den Prix Benois de la Danse, im März 2007 entstand daraus sein Operndebüt am Staatstheater Wiesbaden. Gounod einmal vertanzt, einmal besungen. Jean-Christophe Maillot erzählt Hartmut Regitz, welche Version er lieber hat.



Jean-Christophe Maillot, Sie haben «Faust» sowohl als Oper als auch als Ballett inszeniert und müssten deshalb ganz gut Vergleiche ziehen können. Was treibt einen Choreografen, sich überhaupt mit Oper zu befassen?
Als mich das Hessische Staatstheater in Wiesbaden vor zwei Jahren beauftragte, Gounods «Faust» zu inszenieren, wurde mir schlagartig wieder bewusst, dass die Oper ein Teil meiner Kindheit war. Mein Vater, von Haus aus Maler, war wiederholt im Musiktheater tätig, und das bedeutete: mich an seine Rockzipfel zu hängen, ihm bei der Arbeit zuzuschauen. Manche Opern, so mein kindlicher Eindruck, zogen sich dabei so in die Länge, dass ich auf den Knien meiner Mutter einschlief. Wann immer ich mich an meine «Opernjahre» erinnere, rieche ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2009
Rubrik: Tanz die Oper, Seite 20
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Akram Khan

Akram Khan ist dieses Jahr dran mit Blümchenpoesie. Immer zum 29. April, wenn die UNESCO zu Jean-Georges Noverres Geburtstag den Tag des Tanzes ausruft, bittet der große Vorsitzende des Internationalen Tanzkomitees des Internationalen Theaterinsitituts, Alkis Raftis, um eine besinnliche Botschaft. Es sah so aus, als sei der Grieche in der Klemme. Niemand wollte ihm...

Martin Schläpfer

«Ich entwickle mich langsam. Ich bin nicht jemand, der steil aufsteigt. Natürlich verfolge ich auch eine Ästhetik und eine Linie, die aber nicht trendig ist. Auf längere Sicht zeigt sie aber vielleicht eine Perspektive auf, die überleben kann.» So bescheiden klang der Schweizer vor vielen Jahren. Aber er behielt recht. Seit 1999 leitet der heute 49-Jährige das...

Das ist typisch

Lübeck rettete 1995 das Stadttheater, indem es den Tanz abwickelte. Nun macht ihm die zwangsfreie Tanzszene ein Angebot: «kostenneutral für das Theater» ein Ballett- und Tanztheater zu installieren – klar, ohne das Theater zu belasten. Dafür ist, üblich in norddeutschen Bürgerschaften, eine eigene bauliche Sichtbarkeit nötig. Ab dem 25. April gibt es ein Lübecker...