Brasiliens neuer großer Tanzfilm

Brasiliens neuer großer Tanzfilm heißt «As Cinzas de Deus»: Gottes Asche. Geschöpfe im Staub. Fünf Tänzer aus Fernanda Lippis gern site specific tanzender Kompanie Zikzira in einem still gelegten Bahnhof des Städtchens RibeirãoVermelho im Bundesstaat Minas Gerais. Immer wieder ein entzücktes Zucken; jede Geste des Tanzes mündet in ein ekstatisches Wippen. Gefangen in vergangener Zeit, vergräbt eine Tänzerin ihren Stöckelschuh als letzten Beweis von Gegenwart wie ein Hund seinen Knochen.

Dieses von Marcus Waterloo wunderschön fotografierte Tanzen im nächtlichen Nirgendwo wird musikalisch gehalten von DJ Kid Loco, der zwischen Fado und Fandango fesselt. Regisseur André Semenza weidet sich derweil in schönen Schnitten an zärtlich-spannungsvollen Duos, archaischen anmutenden Soli und dem nur seltenen Zusammentreffen der Gruppe, die in Einsamkeit ihren Genuss Gottes träumt. Auffallend ähnlich ist der Film «No Surrender» von Richard J. Allen, der bei gleicher Ästhetik mit nur einer Tänzerin auskam. Das war 2001.
 

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2005
Rubrik: Magazin, Seite 12
von

Vergriffen