liam scarlett...

...ist Großbritanniens neuer Choreografenstar. «Wie gelangt man von A nach B ohne Schluckauf?», fragt der Meister des Pas de deux.

Liam Scarlett ist ein typisches Produkt des Royal Ballet. Er tritt gelassen auf, entspannt in Hemd und Jeans, aber immer mit der freundlichen Haltung eines sturen Einzelgängers. Einer, der weiß, wer er ist und was man von ihm erwarten kann: ein ebenso disziplinierter wie ambitionierter 25-jähriger Tänzer des Flaggschiffs unter den britischen Kompanien. Natürlich ist er absolut pünktlich bei unserem Treffen im Kuppelrestaurant des British Museum. Natürlich hört er offen, wachsam und sehr aufgeschlossen zu, und wenn er antwortet, schaut er einem in die Augen.

Nur unter dem Tisch, da tanzen seine Finger ihr eigenes Programm, spielen nervös und verraten Ungeduld oder den Wunsch, endlich abhauen und Interessanteres tun zu dürfen, als mit einem Journalisten dieses Frage-und-Antwort-Spiel zu betreiben.

Er vermittelt etwas von einem eiligen Luftgeist, der das Unlustige hinter sich bringen will. Und tatsächlich ist er auf dem Sprung: nach Taiwan mit seiner Kompanie. Denn die Sache mit Scarlett ist die: Obwohl er ein gut beschäftiger Tänzer ist und in nahezu jedem Stück eingesetzt wird, zählt er auch noch zu den besten Rennpferden in der Choreografenklasse von morgen. Im Januar erhielt er ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz November 2011
Rubrik: menschen, Seite 24
von Mike Dixon

Weitere Beiträge
scott delahunta...

Am Horizont die Frankfurter Skyline. In den Spiegelfassaden der Wolkenkratzer bricht sich die Abendsonne. Ein Blick von Westen auf die Bankenstadt, an deren Peripherie auf einem ehemaligen Industriegelände die Forsythe Company residiert, auf einer Kulturinsel im Niemandsland names Schmidtstraße. Hier dreht sich fast alles um den Tanz: das Frankfurt LAB residiert...

lyon: Eszter Salamon: «Tales of the Bodiless»

Wie wäre es, würden wir als Moorleichen überdauern, ohne Skelett, nur Haut und Haar? Wie wäre es, wenn wir keinen Körper hätten? Oder «körpervoll» wären, um als Substitute für die Körperlosen herzuhalten, als deren Prostituierte? Eszter Salamon erzählt in ihrem neuesten Stück «Tales of the Bodiless. Musical Fiction Without Science» Geschichten vom Verlust des...

barcelona: Kaori Ito: «Island of no memories»

Kaori Ito war im Kontext von Alain Pla­tels «Out of Context» diejenige Frau, die vorn an der Rampe wie ein Rumpelstilzchen krampfhaft ihre Gelenkigkeit zur Schau stellte. Auf einem Bein stehend, das andere schön senkrecht hoch gestreckt und mit der Hand ans Ohr gedrückt. Die richtig blöde Körpershow, mit der die Tänzerschar im Angesicht des Publikums eine Art...