Le Sous-Sol
Dieses Haus hatte ein Wohnzimmer und einen Garten. Ein Untergeschoss hatte es nicht. Es war wohl auf Sand gebaut. Jetzt sieht es aus wie sein eigener Keller. Wie nach einem Erdrutsch ist es eine halbe Etage nach unten gesackt. Durch Fenster und Türen dringt das Erdreich. Und oben im Garten sitzt noch immer der Großvater unter seiner Birke, deren Wurzeln nun durch die Decke des Wohnzimmers ragen. Reglos dreht er uns den Rücken zu, stoisch, als ginge ihn die ganze Szene nichts an. Auch die jüngeren Mitglieder der Familie sind uns nicht unbekannt.
Im Grunde müssten sie Peeping Tom heißen, aber das taugt nicht recht als Familienname. Sie hatten uns schon in ihren Garten geführt («Le Jardin»). Danach bereiteten sie uns in ihrem Wohnzimmer auf den Generationswechsel vor («Le Salon»). Wir wurden Zeugen der Inkontinenz des Ältesten, der langsam den Verstand verlor, des Egoismus der Kinder, des Tributs, der an das Zeitliche zu zahlen ist. Es war eine Vorbereitung auf den Abschied, bereits im zweiten Teil der Trilogie. Was sollte nun also – in «Sous-sol» – anderes folgen als die Begegnung mit dem Sensenmann?
Peeping Toms Ausflug in die Unterwelt ist ein Begräbnis mit fünf Sternen. Zu den ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
The young Japanese theatre created by Toshiki Okada and his group chelfitsch is developed by means of a unique methodology involving everyday speech and gestures, challenging the rigid terms of conventional theatre. Okada, who was shortlisted for the Toyota Choreography Award – Discover Choreographers for the Next Generation with his piece “Air Conditioner,”...
In der Türkei entscheiden sich eine angehende Architektin und ein zukünftiger Elektronikingenieur für eine Karriere auf dem Tanzboden. Das sieht man. In "Graf" von Filiz Sizanli und Mustafa Kaplan spannt sich unter kalten Neonröhren ein Netz aus Schnüren über die Bühne. Mag sein, dass dieses Labyrinth dem mediterranen Stil der Stromversorgung entspricht. Kaplan...
Endlich einmal ein Bühnenbildner, der Farbe bekennt. Auf Einladung der Tribune de Genève hat Paul Cox eine Ausgabe gestaltet, und pünktlich zur Ballettpremiere im Bâtiment des Forces Motrices vor anderthalb Jahren erschien das Blatt wie ausgewechselt: kein einziges Bild. Stattdessen Buntheit, wohin man blickt, und eine Zeitung, die ihren Spaß hat an seiner...
