Komikerin

Chloé Maginot wurde als Tänzerin zur Unternehmerin und Botschafterin des Tanzes.

Genau, sagt Chloé Maginot: «Patrick Dupond ist ein gutes Beispiel.» Der ehemalige étoile des Balletts der Pariser Opéra stand nach Karriere, Motorradunfall und langwieriger Genesung in einem Musical auf der Bühne. So lange wollte Maginot nicht warten. Nicht, bis sie mit 45 eine Hüftprothese tragen ­wür­de, wegen der Développés. Nicht bis der Konkurrenzkampf zwischen jüngeren und älteren Tänzerinnen sie zermürbt hätte. Heute lacht sie darüber, und ihr Publikum lacht mit.


 
Es strömt zu Chloé Maginots one princess show mit dem offiziellen Titel «La danse pète son câble». Zu Deutsch in etwa: «Der Tanz knallt durch». In weiten Teilen hört sich das an wie eine Comedy-Version von «Black Swan». Das kleine Energiebündel plaudert aus dem Nähkästchen, von geheuchelter Freundschaft unter karrierebesessenen Rivalinnen. Die streu­en ihren verhassten Konkurrentinnen heim­lich Glassplitter in die Spitzenschuhe. Und haben eine heimliche Freude an einer ­Verletzung der hierarchisch höher eingestuften Ballerina. Es geht von bloßem Hass bis zu Stichen mit der Schere. «Alles Aasgeierinnen!» Womit klar ist, weshalb Chloé Maginot sich heute wohler fühlt. Als Ballettkomikerin sei sie ihre «eigene ...

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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Künstler sein, Seite 46
von Thomas Hahn