Heimkehr im Karton

Das Deutsche Tanzarchiv hat einen Coup gelandet: Nachlassbestände von Kurt Jooss und Isadora Duncan ziehen um ins Kölner Domizil. Erstmals in den neu angekommenen Kisten stöbern durfte Bettina Trouwborst.

Kurt Jooss schied im Zorn. Nachdem er im September 1968 in Stockholm mit dem Cullberg-Ballett den «Grünen Tisch» einstudiert hatte, kehrte er nicht mehr an die Folkwangschule zurück. Die Leitung der Tanzabteilung hatte er, mit 67 Jahren schon im Pensionsalter, bereits kommissarisch an Hans Züllig übergeben. Für sich selbst hatte er einen Vertrag als Lehrbeauftragter ausgehandelt. Da erreichte ihn nun in Schweden die Nachricht, dass Folkwang-Studenten einen Beschwerdebrief formuliert hatten und gegen den Unterricht seiner Tochter Anna aufbegehrten.

Sie drohten gar mit Boykott, beseelt vom antiautoritären Geist der Studentenrevolte, die das ganze deutsche Hochschul-Wesen erschütterte. Jooss sprach sich offenbar für einen offenen Dialog mit beiden Seiten aus, doch Züllig suspendierte Anna Markard sofort vom Unterricht in den höheren Klassen. Dieses Vorgehen empfand Jooss als Affront: ausgerechnet Züllig, der Freund und künstlerische Wegbegleiter! Er brach mit ihm und mit Essen-Werden.

Nach Schweden
Der große Choreograf und Pädagoge wandte sich Schweden zu. Sein langjähriger Freund Bengt Häger, der 1953 das Dansmuseet gegründet hatte und das Choreografische Institut in Stockholm ...

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Tanz Dezember 2015
Rubrik: Traditionen, Seite 50
von Bettina Trouwborst