Kultur: essenziell?
Ist Kultur von Bedeutung? Für die Gesellschaft? Und wenn ja, wie? Man darf ja mal fragen … In Paris geben Emmanuel Macron und seine Regierung in der Covid-Krise zu verstehen, was sie wirklich wertschätzen: Kirchen dürfen öffnen, Theater, Kinos und Museen nicht. Die Empörung der Kulturschaffenden schlug ab März in Verzweiflung um. Bereits 20 Prozent ihrer Arbeitsstellen und 36 Prozent ihrer Einkünfte haben sich in Luft aufgelöst. Vielen droht Obdachlosigkeit, «Le Parisien» berichtete über den Freitod eines Musikers in Nordfrankreich, der ohne Konzerte nicht mehr zu leben wusste.
Aus der Enttäuschung über den Präsidenten, der doch selbst so gern ins Theater geht und seine einstige Schauspiellehrerin ehelichte, erwuchs eine Welle von Okkupationen, die im Pariser Théâtre de l’Odéon begann und sich rasch aufs ganze Land ausweitete. «Doch wenn ihr meint, dass es uns nur darum geht, die Theater wieder zu öffnen, habt ihr nichts verstanden», ereifern sich die Besetzer*innen. Die Transparente, die sie an die Fassaden hängen, richten sich gegen Macrons nationale Reform der Arbeitslosenund Rentenversicherungen.
Ganz im Süden, in Marseille, war unter gleichen Vorzeichen das Nationaltheater La ...
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Tanz Mai 2021
Rubrik: Ideen, Seite 50
von Thomas Hahn
Zentral ist die Rolle der Kulturverbände in der Corona-Krise: als Anlaufstelle für Künstler*innen, als Sprachrohr der Branche, als Ideengeber für die Politik – und Trägerstruktur für Hilfsprogramme. Mit dabei: Der Dachverband Tanz Deutschland e.V., kurz DTD, der im Nothilfeprogramm «Dis-Tanzen» bislang fast zehn Millionen Euro aus den Bundestöpfen von Neustart...
«Die sind großzügig aufgefangen worden, wie übrigens auch alle die, die ihre Arbeit verloren haben.» Das sagte Ministerpräsident Armin Laschet im Dezember 2018 nach dem großen Zechensterben, dem endgültigen Aus für die Kohleindustrie, über die im Bergbau Verunfallten, chronisch Erkrankten und infolge einer Zechenschließung Entlassenen. Die Kumpels erhielten...
Brüssel
KUNSTENFESTIVALDESARTS
In diesem Jahr ist das Schaufenster der europäischen Tanzavantgarde zweigeteilt: Im Mai gibt’s eine erste Tranche, die teils hybrid gezeigt werden wird, im Juli dann eine vollständige Live-Version. Mit dabei ist die Rambert-School-Absolventin Ayaka Nakama, dazu die New Yorker Choreografin und Tänzerin Faye Driscoll, die zuletzt am...
