Kreative Kollisionen

Die Tanzfabrik Berlin ist dreißig Jahre alt. Seit Juni 1978 saugt sie Modern Dance und Contact Improvi­sation aus den USA ein wie Sauerstoff. Heute dient die Tanz­fabrik selbst als Lunge. Auch für Malgven Gerbes und David Brandstätter.

Die Tanzfabrik in der Möckernstraße in Berlin ist schon lange nicht mehr allein. Aber sie ist immer noch nicht nur eins von vielen Studios in der Hauptstadt. Sondern sorgt etwa zusammen mit der fabrik Potsdam – Schulter an Schulter – dafür, dass junge Choreografen Platz für ihre Arbeiten finden.

Aus dem alten Kollektiv der basisdemokratischen Einstimmigkeit, einem Kind der 1970er Jahre, ist spätestens in den 1990ern, der Zeit der «Dienstleister», ein Tanzhaus geworden, das seine Öffnung und Durchlässigkeit so rigoros betreibt, als sei hier ganz in der Nähe die Mauer gefallen. Kein festes Ensemble kroch mehr unter. Sondern es sponn sich ein loses Band zwischen Künstlern aus aller Welt.
Die Tanzfabrik will auch kein Zentrum sein. Denn es gibt keine Zentren mehr. Es steht auch kein Künstler «für» die Tanzfabrik. Man kann nicht sagen, David Brandstätter und Malgven Gerbes seien Künstler der Tanzfabrik. Das mochte noch für die Generation davor gelten, etwa für Helge Musial oder Ingo Reulecke, aber die Welt hat sich verändert. Sie reibt sich nicht mehr an einem Ort, sondern sucht ihre Orte überall, um Reibungen zu erzeugen, die sich vorzeigen lassen: in der Tanzfabrik.

Für Malgven ...

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Tanz Juni 2008
Rubrik: Praxis, Seite 68
von Ottmar Gendera

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