Krawallkunst

Eine kurze Geschichte des Breakdance.

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Jetzt sind die B-Boys auch schon wieder gut 50 Jahre alt! Ein halbes Jahrhundert Knochenschinderei. Die Gelenke steif, die Muskeln kontrahieren langsamer, die Headspins haben kreisrunde Glatzen hinterlassen. Und die Wut? Brodelt auch nicht mehr so richtig. Ohnehin müssen die einstigen Machos emanzipierte B-Girls neben sich dulden. Aus bösen Gangs sind Bürgerliche geworden. Und heute hören sie statt Rap – was? Bach, Barock, Beethoven und Co.

? Breakdance als Kult aus der kriminellen Szene? Ach was, das ist doch Sozialromantik! Die Jugend-Sub-Rebellenkultur – längst ist sie ein kanonisierter Klassiker. Gereift, selbstverständlicher Teil der Tanzbühnen und 2024, wenn der Sport in Paris sein großes Fest feiert, auch noch Olympionike. Ob die taffen Kerle der South Bronx das gewollt hätten?

Anfang der 1970er-Jahre in New Yorks ärmsten Vierteln. Brennende Mülltonnen, zerfallene Hochhäuser, vollgeschmierte Wände, ausgeschlachtete Autoleichen. Dazwischen ein paar afroamerikanische Ghetto-Kids, die statt zu dealen auf einmal «dancen»: die Körper zu Boden krachen lassen, akrobatisch verzwirbeln, lässig wieder aufspringen – nimm das, Alter! Call and response. Den anderen parodieren, toppen, ...

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Tanz Juli 2021
Rubrik: Breakdance, Seite 13
von Nicole Strecker

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