(repräsen)TANZ zeigen verboten?

Warum auf der Tanzbühne immer mehr geredet und immer weniger gezeigt wird. Susanne Foellmer, Pieter T’Jonck und Arnd Wesemann nehmen die Fährte auf

Wir gehen ins Theater. Die Bühne: dunkel, lediglich befunzelt von kleinen Taschenlampen, die das Publikum beim Einlass in die Hand gedrückt bekommt. Auf der Bühne: graue, vermummte, lemurenhafte Gestalten. Das Stück heißt «Ohne Titel». Autor unbekannt, die Tänzer sind es ebenfalls. Solche «Geheimnisse» machen neugierig. Im Vorfeld viel Spekulation, wer der Schöpfer dieses Projekts sein könnte. Es gibt keine inhaltliche Vorabinformation, der Programmzettel ist demonstrativ weiß und leer. Was wird gezeigt? Fast nichts.

Viel Nebel, immer wieder schemenhafte Gestalten, die sich wenig bewegen.
Beinah wie optische Täuschungen. Menschen und gleich gekleidete, gleich gewichtige Puppen sind kaum voneinander zu unterscheiden. Am Schluss: Rhythmische Musik, drum’n’ bass, dazu eine Puppe (oder doch ein Mensch?), die an Fäden hin und her gezogen wird. Dann, endlich, entblättert einer der Performer sein Gesicht und setzt sich ins Publikum, um die Diskussion zu leiten. Augenblicklich setzt eine heftige Debatte ein, streng polarisierend. Theater müsse zumindest irgendeine Form von sozialem Austausch bieten. Oder wenigstens etwas präsentieren – wenn schon nicht repräsentieren. Selbst diesen ...

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Tanz Dezember 2005
Rubrik: Körper, Seite 22
von Susanne Foellmer, Pieter T’Jonck, Arnd Wesemann

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